Lesemonat: Oktober

Hallo ihr Lieben und Happy Halloween,

Ich habe im Oktober leider nur zwei Bücher gelesen, allerdings waren
beide Bücher unglaublich gut und ich kann ich somit nun mit zwei
sehr positiven Rezensionen dienen. Also viel Spaß:


Lesemonat Oktober im Überblick:

Gelesene Bücher: 2
Seiten insgesamt: 703
Buchtitel: 1. "Unsere verlorene Herzen" von Krystal Sutherland
           2. "Ich treffe dich zwischen den Zeilen" von Stephanie 
               Butland
   

1. "Unsere verlorenen Herzen" von Krystal Sutherland

Inhaltsangabe: Kann es mehr als eine große Liebe geben?
Der 17-jährige Henry war noch nie verliebt. Kein Herzklopfen, keine 
Schlaflosigkeit, keine großen Gefühle. Bis seine neue Mitschülerin 
Grace vor ihm steht: in schlabbrige Jungsklamotten gehüllt, mit 
einem kaputten Bein und einer kaputten Seele. Ihre Zerbrechlichkeit 
macht sie in Henrys Augen nur noch schöner. Aber Grace lässt Henry 
kaum an sich heran – bis sie ihn eines Tages völlig unvermittelt 
küsst. Henry wagt es, zu hoffen.
Doch irgendein ungreifbares Geheimnis scheint zwischen ihnen zu 
stehen..."

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(selbstfotografiert, Quelle: Instagram Weltenbummlerinx)

Genre: Roman
Seiten: 384
Titel: 4/5
Cover: 5/5
Inhalt: 5/5
Schreibstil: 5/5
Charaktere: 5/5

Ich mochte "Unsere verlorenen Herzen" von Krystal Sutherland
wirklich sehr, sehr gerne, aber ein paar negative Anmerkungen
habe ich trotzdem. Diese folgen allerdings erst am Ende, da sie
teilweise Spoiler enthalten. Eine Sache kann ich allerdings
schon vorweg sagen und die, die meinen Blog regelmäßig lesen,
wissen wie sehr ich es hasse, wenn die Kapitelanfänge groß
geschrieben werden. Ehrlich, ich kann es nur immer wieder sagen:
Diesen neuen "Trend" verstehe ich nicht. Wenn wenigstens der
komplette erste Satz großgeschrieben wäre oder aber nur das erste
Wort/der erste Buchstabe, aber neeein, es wird einfach scheinbar
willkürlich die ersten paar Wörter großgeschrieben und der Rest
des Satzes nicht. Urgh, nervig! Gibt es echt Leute die das cool
finden?
Als Nächstes möchte ich sagen, wie unglaublich schön ich das Cover 
finde!
Dieses Cover hat mich in erster Linie auch dazu bewegt, mich
überhaupt für dieses Buch zu interessieren. Der Klappentext und
die Leseprobe waren letztendlich auch gut, aber das Cover hat mich
umgehauen. Ich mag die Farben von den Herzchen sehr und sie
harmonieren so gut miteinander. Was mir vorher so nicht aufgefallen
ist, aber meiner Meinung nach sehr bedeutsam ist: Die Herzen
sind übersät von Rissen.
Außerdem mochte ich auch die Gestaltung im Inneren des Buches.
Ich LIEBE Chatgespräche, Briefe, Listen (...) alles was vom
stumpfen Fließtext abweicht. Ich finde das lockert immer alles
auf und sieht zudem noch schön und ansprechend aus.
Der Inhalt war zwar gut - er hat nicht umsonst 5 von 5 Punkten
von mir bekommen - aber ab und zu hätte ich mir eine andere
Richtung der Handlung gewünscht (dazu später mehr)
Genauso ging es mir teilweise mit den Charakteren. Ich mochte
zwar jeden - deshalb auch hier die volle Punktzahl - aber 
manchmal konnte ich die Denk- und Handlungsweise von gewissen
Personen nicht nachvollziehen. Henry zum Beispiel, mochte ich
eigentlich sehr. Ich fand ihn sehr sympathisch, irgendwie süß, 
unschuldig. Aber er hat mich stellenweise SEHR genervt - 
insbesondere dann, wenn er so naiv war und sich alles gefallen
lassen hat. Dazu muss ich aber auch sagen, dass es mich zwar
genervt hat und ich immer dachte: "Man Henry, jetzt sei mal
ein Mann und hör auf mit der Scheiße!", ich aber vermutlich 
oftmals ähnlich gehandelt hätte. Ich war auch schon so geblendet
vor Liebe, dass ich mir theoretisch (und auch praktisch)
alles gefallen lassen hätte. 
Was ich toll fand, waren die Harry Potter-Anmerkungen (ICH LIEBE
HARRY POTTER!)
und auch zum Beispiel die Erwähnung von Tumblr, da ich dort
selbst angemeldet bin und mich über die Erwähnung freue.

Nun kommen wir zu meinem Lieblingsteil - die schönen Zitate! 
Und ich habe in diesem Buch zahlreiche angesammelt, da der 
Schreibstil einfach großartig war. 

1.) "Inwischen komme ich immer dann her, wenn ich mir in 
Erinnerung rufen will, wie unbedeutend ich im Vergleich zur großen
Weite des Universums bin." - "Hört sich nach Spaß an." - 
"Der Weltraum ist das beste Mittel gegen Traurigkeit, das ich 
kenne."
- "Sich unbedeutend zu fühlen, ist nicht gerade der geeignete Weg, 
um nicht mehr unglücklich zu sein." - "Und wie, verdammt noch mal. 
Ein Blick in den Nachthimmel führt mir vor Augen, dass ich nur die 
Asche von längst verglühten Sternen bin. Ein Mensch ist eine
Ansammlung von Atomen, die für kurze Zeit eine geordnete Struktur 
bilden, um dann wieder zu zerfallen. Ich finde meine eigene 
Unwichtigkeit tröstlich." (S. 80)

2.) "Irgendwie gefällt mir die Vorstellung.", sagt sie. "Egal wie
viel Schmerz oder Angst oder Scham wir erfahren, egal wie viel 
Herzschmerz oder Trauer wir erleiden, am Ende gehen wir im Nichts
auf. Der Gedanke, dass ich am Schluss wieder ein unbeschriebenes
Blatt bin, macht mir Mut. Du bekommst einen Funken Bewusstsein
geschenkt, mit dem du anstellen kannst, was du willst, bevor du
ihn wieder ans Universum abgeben musst." (S. 81)

3.) "Wie sich herausgestellt hat, ist für immer längst nicht so
lange wie gedacht." (S. 82)

4.) "Ich wollte um sie kreisen und ihr auf meiner Umlaufbahn nah
sein, so wie die Erde im Orbit der Sonne." (S. 84-85)

5.) "Du darfst diesem Mädchen nicht verfallen, sonst bringt sie
dich noch zu Fall." (S. 85)

6.) "Weil mir nicht klar war, dass man sich in Menschen genauso
verlieben kann wie in Songs. Auch wenn ihr Lied dir anfangs nichts
sagt, verwandelt sich die unbekannte Melodie schon bald in eine
Symphonie und dringt dir unter die Haut." (S. 126)

7.) "Es gab nur uns beide und das Universum." (S. 138)

8.) "... Aber da packte sie mich am Kragen und küsste mich,
als wäre ich Sauerstoff und sie eine Ertrinkende, und ich ließ es
zu, dass sie meinen Atem von meinen Lippen sog, um sich zu retten."
(S. 180)

9.) "In diesem Moment wurde mir klar, dass Grace Town ein
zersplittertes Stück Glas war, an dem ich mich immer wieder
schneiden würde, wenn ich mich auf sie einließ." (S. 180-181)

10.) "Doch was schenkt man einem Mädchen, dessen Gedankenwelt
wie das Universum ist, während das eigene Gehirn nicht über
den kleinen Planeten Erde hinauskommt?" (S. 270)

11.) "Andere Menschen sind keine leeren Gefäße, die du mit
deinen Tagträumen füllen kannst." (S. 309)

12.) "Also hör auf zu glauben, dass jede, in die du dich verliebst,
die Eine ist. Man trifft nicht aus heiterem Himmel Seelenverwandte.
Man muss sie sich erarbeiten." - "Das weiß ich doch. Ehrlich, das
weiß ich. Es ist nur... Ich kann mir nicht vorstellen jemals wieder
so viel in einen anderen Menschen zu investieren. So viel Zeit und
Energie. So viel von mir selbst. Wie schafft man es, sich noch mal
auf dieses Wagnis einzulassen?" - "Wie schafft ein Schriftsteller,
ein neues Buch zu schreiben, wenn das erste fertig ist? Wie schafft
es ein verletzter Athlet, im Training wieder ganz von vorn
anzufangen?" (S. 346)

13.) "Gott, warum tut man sich das überhaupt ein zweites Mal an?"
- "Sich verlieben?" Ich nickte. (...) "Biologisch gesehen? Um die
menschliche Art zu erhalten. Logisch betrachtet? Weil der Anfang
einer Reise wundervoll ist. Man sieht die Kurven der Bahngleise
noch nicht, und wenn man sie dann sieht, ist es zu spöt. Wenn
du den Zug besteigst..." - "Die Zug-Metapher scheint es dir ja
angetan zu haben." - "Shh... ist es zu spät, um die Gleise zu
wechseln. Beim Einsteigen hoffst du, dass der Zug keinen Unfall
hat. Aber auch wenn es gut möglich oder sehr wahrscheinlich ist,
dass er einen Unfall hat, lohnt es sich dennoch mitzufahren,
und sei es nur, um genau das herauszufinden." - "Kann ich nicht
am Bahnhof bleiben?" - "Kannst du. Aber dann gelangst du 
nirgendwohin." (S. 347)

-> Ihr solltet auch unbedingt die Anmerkungen der Autorin am Ende
lesen. Hier stehen viele interessante und lustige Fakten über das
Buch. 

Zum Schluss noch die negativen Anmerkungen, welche ich euch am
Anfang versprochen habe: 
(VORSICHT! SPOILERWARNUNG)

Die Beziehung von Henry und Grace war von Anfang an zum Scheitern
verurteilt und auch wenn ich Happy Ends mag, finde ich es okay,
dass die beiden nicht doch noch zusammengekommen sind. Sogar
eigentlich gut. Es ist Anfangs zu viel scheiße geschehen, sodass
es Henry nicht fair gegenüber wäre. Außerdem mag ich Grace
verstorbenen Freund irgendwie, auch wenn man kaum etwas von ihm
erfährt. Allein die Tatsache, dass Grace wegen ihm so abgefuckt 
ist, zeigt deutlich wie verliebt die beiden gewesen sein müssen 
und allein das bringt mich dazu ihn zu mögen.

Allerdings verstehe ich NICHT, wirklich ABSOLUT GAR NICHT, wieso
am Ende ALLE Beziehungen scheitern müssen. Henrys Mutter und
Vater trennen sich, obwohl ich die beiden so süß zusammen fand, 
okay, sie waren manchmal etwas ZU albern und ihr Erziehungsstil
war eindeutig zu locker und gelassen, aber manchmal haben die 
beiden mich an mich und meinen jetzigen Freund erinnert und ich
finde es dämlich, dass die beiden praktisch deswegen getrennt
wurden, damit Henrys Schwester ihm ein Vortrag über Liebe halten
kann...
Das mit den Eltern kann ich allerdings noch verkraften, aber WARUM
müssen auch Lola und Georgia sich trennen?
Auch wenn der Roman unter anderem vermittelt, dass es mehrere
"große Lieben" geben kann und das man nicht auf den Einen/die Eine
hoffen soll, war es nicht nötig am Ende echt jede Beziehung
zu zerstören. Der Roman hätte auch gut funktioniert, wenn Lola und
Georgia glücklich geblieben wären.


2. "Ich treffe dich zwischen den Zeilen" von Stephanie Butland

Inhaltsangabe: Mit Piercings und tiefschwarz gefärbten Haaren 
versucht Loveday, die Welt von sich fern zu halten.
Sie ist ein wahrer Büchernarr, umgibt sich lieber mit Literatur 
als mit Menschen und trägt die Anfangssätze ihrer Lieblingsromane
als Tattoos auf dem Körper. Wirklich wohl fühlt sie sich nur in 
Archies Antiquariat. 
Der alte Mann hat ihr nicht nur einen Job gegeben, er akzeptiert sie 
vor allem, ohne Fragen zu stellen. Als Loveday Nathan kennenlernt,
scheint ihre Welt heller zu werden: Er nimmt sie mit zu einem 
Poetry Slam, und die Gedichte öffnen beiden einen Weg, sich die
Dinge mitzuteilen, für die ihnen sonst die Worte fehlen. Zwischen 
den beiden entwickelt sich eine zarte Liebe. Doch dann werden im 
Antiquariat Bücher für Loveday abgegeben, die sie zurück in ihre 
Kindheit führen und schmerzhafte Erinnerungen an eine 
Familientragödie wecken, die sie nur zu gerne weiter verdrängt hätte.
Kann sie mit Archies und Nathans Hilfe endlich mit der Vergangenheit 
Frieden schließen und über die Ereignisse hinwegkommen, die ihr 
Leben so sehr erschüttert haben?"

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(selbstfotografiert, Quelle: Instagram Weltenbummlerinx)
-> Ich finde das Bild so gelungen, weil in der Tageszeitung
zufällig der Bericht "Brandstifter gesucht" war und es im Buch
auch einmal um Brandstiftung geht...

Genre: Roman
Seiten: 319
Titel: 5/5
Cover: 4/5
Inhalt: 5/5
Schreibstil: 5/5
Charaktere: 5/5

Ich habe dieses Buch von Vorablesen erhalten und bin wahnsinnig
froh darüber! Eigentlich klingt es nämlich nicht wie ein Buch
für welches ich mich interessieren würde. Aber irgendwie hat die
Leseprobe mich so sehr angesprochen, dass ich mein Glück versuchen
musste und zack, glücklicherweise durfte ich es tatsächlich
vorablesen und es hat sich gelohnt. Vielen Dank an das
Vorablesen-Team, ohne euch wäre mir ein großartiger Roman entgangen.

Zuerst fand ich den Wechsel zwischen "Damals" und "Heute" etwas
verwirrend, aber allgemein fand ich es gut so. So hatte man einen
richtig guten Einblick in das Leben von Loveday - ich finde den
Namen übrigens richtig, richtig schön!
Schön fand ich auch, dass mein eigener Name in diesem Roman vorkam
- Lara. Zwar nur als Nebenrolle, aber immerhin. Mein Name kam nie
besonders häufig irgendwo vor und nun tritt er immer häufiger
in Büchern auf. Zuerst habe ich kürzlich die "To all the Boys I've
loved before"-Reihe mit Lara Jean gelesen, dann kam er in diesem
Roman vor und in meinem Currently Reading "Träume, die ich uns
stehle" heißt die Hauptperson auch Lara!
Außerdem kam auch der Name "Emma" vor, das gefällt mir auch, weil 
ich so gerne meine Tochter nennen würde und ich mag den Zufall
irgendwie, dass Lara und Emma zusammen vorgekommen sind.

Das Buch war sehr poetisch und irgendwie malerisch. Ich habe
mich gut beim lesen gefühlt, auch wenn es manchmal auch sehr
traurig war.
Oh, ich finde übrigens die Tattoo-Idee so schön! Gibt doch kaum
Schöneres als die Satzanfänge von den eigenen Lieblingsromanen,
beziehungsweise von Büchern, die einen geprägt haben...
Außerdem hat Whitby es mir angetan. Die Stadt kommt sehr
häufig vor und spielt eine wichtige Rolle in Lovedays Vergangenheit
und ich musste nachdem Roman erstmal Googlen und mir Bilder von
Whitby angucken. Und nun habe ich den Wunsch auch einmal nach
Whitby zu reisen und ein paar Ziele abzuklappern, an denen Loveday
war.

Der Schreibstil war auch sehr angenehm, ich habe auch wieder
fleißig schöne Zitate für euch gesammelt:

1.) "Es tut gut, daran erinnert zu werden, dass die Welt voller
Geschichten ist, die potenziell mindestens so schmerzlich sind
wie die eigene." (S. 15)

2.) "Als ich klein war, hatte ich Mum einmal gefragt, worüber
sie lachten. Sie erklärte, dass sie vor lauter Glück platzten
und das Lachen wäre wie viele kleine Explosionen, weil das
Glück nicht länger im Innern verschlossen bleiben wollte."
(S. 111)

3.) "Ich habe viele schlechte Seiten, kleinlich aber bin ich nicht.
Es gibt so viel kleinliche Idiotie auf der Welt, und wenn ich ein
Ziel im Leben habe - abgesehen davon, den Kopf einzuziehen -,
dann jenes, nicht auch noch dazu beizutragen." (S. 125)

4.) "Nathan war ein Urlaub vom Ich-Sein. Ich wollte ihn genießen,
solange er andauerte." (S. 135)


Oh, und ich liebe Lovedays Job! Ich könnte ihn zwar niemals
ausüben, da Kundenservice mir vermutlich noch weniger liegt als
Loveday, aber ich finde der Buchladen wird so schön beschrieben
und die Stimmung zwischen Archie und Loveday ist so toll,
dass ich mir manchmal gewünscht habe, ebenfalls dort zu sein!

Zum Schluss muss ich aber auch noch etwas negatives loswerden...
(VORSICHT! SPOILERWARNUNG!)

Warum musste Archie sterben? Archie war einer meiner
Lieblingscharaktere in diesem Buch, ich habe ein paar Tränen
vergoßen, als er dann wirklich gestorben ist. Manchmal sind
Autoren wirklich grausam, warum müssen sie einem kurz vor
Schluss noch so etwas reindrücken? Das ist echt nicht nett, Leute!
Ich hätte mich nach all den traurigen Szenen, dem Brand
und Lovedays grausamer Kindheit sehr über ein Happy End gefreut.
Okay, das gibt es ja irgendwie auch, wegen der Wiedereröffnung,
der Sache mit der Mutter und der Beziehung mit Nathan, aber
Archie hätte meiner Meinung nach ruhig auch ein Teil davon
sein dürfen!
Trotzdem ist es ein wundervoller Roman, den ich allen nur
ans Herz legen kann. 

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Lesemonat: September

Hallo ihr Lieben,

Im September habe ich leider nur zwei Bücher gelesen, weshalb
dieser Blogpost verhältnismäßig kurz ausfallen wird. ABER ich
hatte im September Geburtstag und mein Freund hat mir ein
unglaublich tolles Geschenk gemacht, vielleicht werde ich
noch davon berichten!
Aber nun erstmal zu den Büchern:


Lesemonat September im Überblick:

Gelesene Bücher: 2
Seiten insgesamt: 737
Buchtitel: 1. "Ich soll nicht lügen" von Sarah J. Naughton
           2. "Das Auge" von Richard Laymon
   



1. "Ich soll nicht lügen" von Sarah J. Naughton

Inhaltsangabe: "Zwei Frauen umkreisen einander in einem Netz aus 
Lügen. Wer ist Täter, wer ist Opfer? »Er war die Liebe meines 
Lebens.« »Warum wusste ich nicht, dass mein Bruder verlobt ist?« 
»Er war depressiv und wollte sich umbringen.« »Mein Bruder hatte 
keine Depressionen.« »Er ist einfach gesprungen.« »Und wenn ihn 
jemand gestoßen hat?« »Ich bin die Liebe seines Lebens.« 
»Bist du seine Mörderin?« Mags' Bruder Abe liegt im Koma. Er ist
von einer Treppe zwölf Meter in die Tiefe gestürzt. Die Polizei 
glaubt seiner Verlobten Jody, dass es ein Selbstmordversuch war. 
Mags glaubt ihr nicht. Sie ist sicher, dass Jody lügt. Aber warum?"

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Genre: Psychothriller
Seiten: 384
Titel: 5/5
Cover: 5/5
Inhalt: 4/5
Schreibstil: 5/5
Charaktere: 3,5/5

Irgendwie konnte mich dieses Buch, welches ich von vorablesen.de
als Leseexemplar erhalten habe, erst nicht wirklich überzeugen.
Mit der Zeit wurde es allerdings immer besser und spannender
und alles hat sich äußerst sinnvoll zusammengefügt, sodass
ich dem Buch doch noch 4 von 5 Punkten für den Inhalt geben
kann.
Mit den beiden Hauptfiguren wurde ich nicht so ganz warm,
allerdings fand ich sie am Ende auch nicht mehr ganz so schlimm.
Abe hingegen mochte ich sehr, obwohl er im Koma liegt und man
nicht allzu viel von ihm erlebt.
Den Schreibstil fand ich großartig, ich habe auch einige tolle
Zitate sammeln können, welche ich gleich natürlich auch mit
euch teilen werde. 
Alles in allem kann ich dieses Buch weiterempfehlen, ABER
ich finde nicht, dass es sich um einen Psychothriller handelt.

Bevor ich noch ein paar Dinge nennen möchte, welche mir gefallen
haben (aber eventuell Spoiler enthalten können), widmen wir
uns der tollen Zitate:

- "Wenn sich zwei Seelen wie unsere begegnen und in einer so
starken Liebe untrennbar verschmelzen, dann kann sie nicht
wie ein Licht einfach verlöschen." (S. 36)

- "Wenn man niemanden hat, kann man auch niemanden vermissen."
(S. 120)

- "Dann warst du in mir, bewegtest dich in mir. Wir waren wie
ein Wesen, unser Atem, unser Herzschlag, das langsame
Zusammenkommen und wieder Auseinandergehen: alles aufeinander
abgestimmt, als würden sich unsere Körper bereits kennen." (S. 184)

- "Danach, in jenen stillen Sekunden, als du auf mir lagst und
ich deinen Atem an meinem Ohr und deinen Herzschlag an meinen
Rippen spürte, blickte ich auf das letzte Auflodern der
ersterbenden Sonne und ich wusste, dass ich alles hinter mir
gelassen hatte: den Schmerz, die Angst, die Scham. Da unten,
wo der Müll über den geplaten Asphalt wirbelte, war meine
Vergangenheit. Hier oben, im kalten, sauberen Wind mit dem
blutigen Himmel über mir, war meine Zukunft. Mit dir." (S. 185)

- "Ich dachte, ich könnte es, doch langsam dämmert mir, dass 
ich mir nicht mehr trauen kann. Der Mensch, für den ich mich
hielt, der Mensch, zu dem ich mich gemacht habe, war eine Lüge.
Und diese Lüge bekommt Risse wie eine Eierschale und enthüllt
nach und nach etwas Neues, Weißes, Reines." (S. 224)

- "Abe ist fort und ich muss mir all das, was von ihm geblieben
ist, tief einprägen, bevor die Dunkelheit ihn mir für immer
nimmt." (S. 291)

- "Ich kann mich verschließen, aber nicht öffnen." (S. 349)

- "Wir waren wie zwei Steine, die gegeneinander knallten.
Kein Wunder, dass Funken sprühten." (S. 371)

- "Früher fand sie ihre Aussicht, den direkten Blick auf
die Müllcontainer, schrecklich. Aber man muss ja nicht nach
unten schauen. Man kann auch den Blick heben." (S. 378)


Das waren die, wie ich finde, sehr schönen Zitate.
Nun solltet ihr nur weiterlesen, wenn ihr nichts gegen
Spoiler habt!

(!) SPOILERWARNUNG (!)

Ich habe oben ja geschrieben, dass ich mit den beiden
Hauptcharakteren erst nicht so richtig warm wurde, sie
am Ende aber nicht mehr ganz so schlimm fand. Jody wurde
mir sympathischer, als ich von ihrer Vergangenheit erfahren
habe (Ich dachte übrigens erst, die Rückblicke sind aus
Mags + Abes Vergangenheit, aber nein, dabei handelt es sich
um Jody) und Mags wurde mir sympathischer, während dem
Gerichtsprozess. Diesen fand ich wirklich außerordentlich
gelungen und spannend. Ich fand sie außerdem cool, wegen
der Aktion am Silvesterabend. Es war wirklich großartig,
wie sich das Vorwort in die spätere Handlung gemischt hat
und sich alles geklärt hat.
Ich mochte an dem Buch auch, dass Abe schwul ist. Sowas
sollte zwar nichts "besonderes" sein, sondern etwas normales,
aber da manche Menschen Homosexualität leider immer noch
als etwas umenschliches ansehen, freue ich mich immer,
wenn Bücher/Filme/Serien dieses Thema positiv behandeln.
Schade fand ich nur, dass Abes und Jodys Beziehung nur
ihrer Fantasie entsprungen ist. Die beiden waren in meiner
anfänglichen Vorstellung so ein süßes Paar und die beiden
haben mich oftmals an mich selbst und meinen Freund erinnert.
Aber so wie sich alles ergeben hat, war es dann schon gut
und passend.
Zum Schluss mochte ich die Anspielung mit Pete Goldring.
Die Vorstellung, dass Mags und Abe den gleichen Jungen gut
fanden und in ihrer Kindheit/Jugend mehr gemeinsam hatten,
als die beiden sich jemals hätten vorstellen können, ist
sowohl tröstlich, als auch traurig und schön zugleich.



2. "Das Auge" von Richard Laymon

Inhaltsangabe: "Sie sieht Dinge, die andere nicht sehen… 
grausame Dinge… Menschen, die sterben… Blut… Sie glaubt an ihre 
Visionen… Sie glaubt, dass diese Bilder reale Begenbenheiten
zeigen... Morde... Vielleicht hat sie recht…
Vielleicht ist sie einfach nur wahnsinnig… Wer weiß?"

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Genre: Horrorroman
Seiten: 353
Titel: 2/5
Cover: 2/5
Inhalt: 4/5
Schreibstil: 5/5
Charaktere: 5/5

Richard Laymon gehört seit Jahren zu einer meiner absoluten
Lieblingsautoren. Der Stil von Laymon ist einfach unverkennbar
und genial. Deswegen war ich ziemlich glücklich, als ich
erfahren habe, dass ich ein Leseexemplar von "Das Auge" vom
Bloggerportal erhalten habe. Vielen Dank dafür!
Mir hat das Buch auch wirklich sehr, sehr gefallen.
An Richard Laymon Bücher nervt mich oftmals die grausige
Übersetzung mit viel zu vielen sinnlosen Rechtschreibfehlern,
aber da diese sich in diesem Buch in Grenzen gehalten haben,
konnte ich gutes Gewissens 5 von 5 Punkte für den Schreibstil
vergeben. 1-2 Mal hieß Pen dann plötzlich "Pem" und einmal
ist ein verwirrender Zeitsprung passiert - Erst war man
bei Bodie und Melanie und in der nächsten Zeile wurde plötzlich
aus der Perspektive von Pen geschrieben - aber ansonsten gab
es recht wenig zu meckern.
Obwohl ich viele Charaktere nicht mochte (ich mochte eigentlich
nur Bodie, Pen und Pens Vater) habe ich 5 von 5 Punkten für die
Charaktere vergeben, weil ich diese drei dafür umso mehr mochte!

Ein schönes Zitat habe ich auch noch für euch:
"Sie war an seiner Seite, ein Teil von ihm, der gefehlt hatte,
wiedergefunden worden war und nie mehr verloren gehen durfte."
(S. 332)

Wenn ihr nicht gespoilert werden wollt, solltet ihr JETZT 
aufhören zu lesen: 

(!) SPOILERWARNUNG (!)

Ich HASSE fremdgehen und finde es überhaupt nicht gut, dass
Bodie Melanie mit ihrer Schwester betrügt, aber irgendwie habe
ich es auch gehofft, da ich Melanie von Anfang an doof fand
und ich Pen und Bodie sehr mochte. 

Zum Schluss noch: Das letzte Kapitel hat mich echt wahnsinnig
gemacht! Bedeutet dies etwa, dass Joyce und Harrison unschuldig
sind und Melanie vollkommen grundlos wahnsinnig geworden ist?
(Okay, meiner Meinung nach war sie schon vorher wahnsinnig
und labil, aber trotzdem) OH MEIN GOTT, das Ende war echt...
unvorhersehbar und brutal.