Lesemonat: September

Hallo ihr Lieben,

Erstmal: Der Lesemonat September fällt leider unglaublich mickrig
aus, da ich nur zwei Bücher gelesen habe. Ich habe Anfang September 
angefangen, bei einer neuen Arbeitsstelle zu arbeiten und deswegen 
hatte ich kaum Zeit zu lesen. Da ich zu den Arbeitsstunden auch
noch einen Arbeitsweg von täglich insgesamt drei Stunden hatte,
fiel meine Freizeit deutlich klein aus. Zudem haben im September
immer super viele Menschen Geburtstag: Meine Oma, meine große
Schwester, meine beste Freundin (...) und ich selbst! Und nun
steht demnächst mein Umzug in meine erste eigene Wohnung an,
weshalb ich nun mitten in den Renovierungsarbeiten stecke und
vermutlich auch diesen Monat nicht viele Bücher schaffe. Jedoch
dauert mein Arbeitsweg bald nur noch wenige Minuten, weshalb
ich hoffentlich bald wieder mehr Zeit habe. 


Lesemonat September im Überblick:

Gelesene Bücher: 2
Seiten insgesamt: 959
Buchtitel: 1. "Die Tage, die ich dir verspreche" von Lily Oliver
           2. "Das Ufer" Richard Laymon



1. "Die Tage, die ich dir verspreche" von Lily Oliver

Inhaltsangabe: "»Du hast Glück, Gwen, alles wird gut, Gwen.« 
Seit ihrer Herztransplantation hört Gwen nichts anderes mehr. 
Doch statt überschäumender Lebensfreude fühlt sie nur Schuld 
gegenüber dem Menschen, der für sie gestorben ist. Und so fasst 
sie in einer besonders verzweifelten Nacht einen ungeheuerlichen
Plan: Sie will ihr neues Herz verschenken und sterben. Ihr 
entsprechendes Angebot in einem Internetforum liest dessen 
Moderator Noah, ein junger Student, der keinen großen Sinn in 
seinem Leben sieht. Er hält ihr Angebot für einen üblen Scherz, 
geht aber zum Schein darauf ein. Erst als Gwen am nächsten Tag 
vor ihm steht, um ihn beim Wort zu nehmen, erkennt er, wie 
schrecklich ernst es ihr ist. Nur mit einem gewagten Handel und 
einer furchtbaren Lüge kann er ihr das Versprechen abringen, ein 
paar weitere Tage durchzuhalten. Tage, in denen Noah alles daran 
setzen muss, Gwen von etwas zu überzeugen, woran er selbst kaum 
noch glaubt: Dass das Leben lebenswert ist."

978-3-426-51676-8_druck
Seiten: 368
Genre: Roman
Titel: 5/5
Cover: 5/5
Inhalt: 4/5
Schreibstil: 4/5
Charaktere: 4/5

Das Buch "Die Tage, die ich dir verspreche" von Lily Oliver hat
mir recht gut gefallen. Ich habe das Buch als
kostenloses Leseexemplar von Vorablesen zur Verfügung
gestellt bekommen und mich sehr darüber gefreut, weil ich mir
einiges von dem Thema erhofft habe und von der Leseprobe total
begeistert war. Jedoch muss ich sagen, dass man einige Stellen
noch besser hätte verfassen können, beziehungsweise habe ich
bei der Zusammenfassung etwas anderes erwartet/erhofft,
was nicht zwangsläufig heißt, dass es dann allgemein
besser wäre.
Es heißt, Noah glaubt selbst nicht daran, dass das 
Leben lebenswert ist, aber davon hat man nicht viel gelesen, 
finde ich. Klar, wurde mal geschrieben, dass er sich leer fühlt
und mit ein paar Dingen unzufrieden ist, aber ich hätte es besser
gefunden, wenn er richtig depressiv und unglücklich ist und Gwen
ihm ebenfalls Positives zeigen muss und dadurch merkt, dass sie
selbst auch leben will. 
Ich mochte Noah und Gwen eigentlich sehr gerne, aber
es war nervig wie sie ständig aneinander vorbeigesprochen haben.

Leider sind mir auch ein paar Sinnfehler aufgefallen:

1. "In meinem Rucksack finde ich zwei Jeans, ein paar Unterhosen
und einige Paar Socken. Keine T-Shirts, keine Unterwäsche.
Angewidert halte ich das durchgeschwitzte Zeug von gestern hoch.
Auf keinen Fall kann ich das nochmal anziehen. Aber ich kann doch
nicht ohne Slip herumlaufen." (S. 91)
-> Oben steht, sie findet in ihrem Rucksack ein paar Unterhosen
und dann ist die Rede von "Keine Unterwäsche" und "ohne Slip
herumlaufen"? Irgendwas ist da falsch gelaufen...

2. "Sorry, aber in der Früh bin ich zu nichts zu gebrauchen,
bevor ich keinen Kaffee hatte." (S. 258)
-> Vielleicht kein Sinnfehler, aber ich finde der Satz klingt
komisch. Besser wäre meiner Meinung nach: "Wenn ich noch keinen
Kaffee hatte, bin ich zu nichts zu gebrauchen" oder "Ohne Kaffee
bin ich zu nichts zu gebrauchen" (...)

3. "Die Hitze ist schon jetzt so groß, dass ich mich für das Kleid
entscheide, auch wenn es immer noch Widerwilen in mir weckt."
(S. 258) 
und
"Meine Knie werden weich, und ich sinke auf den Boden des 
Segelboots. Feuchtigkeit dringt durch meine Hose (...)
(S. 280)
-> Erst zieht sie das Kleid an und kurz danach heißt es, dass
Feuchtigkeit durch ihre Hose dringt?

Zuletzt kommen noch ein Paar Dinge, die mich gestört haben:

Als Gwen mit bei der Mutter von Noah war, hat sich dieser
beschwert, dass seine Mutter Gwen ignoriert: "Warum
wolltest du eigentlich, dass ich sie mitbringe, wenn du sie die
ganze Zeit ignorierst?" (S. 175) Doch meiner Meinung nach hat
seine Mutter sie gar nicht ignoriert, sie hat sie zwar auch nicht
super herzlich behandelt, aber eben auch nicht schlecht. Zum
Beispiel: "Ich mache noch einen Kaffee. Gwen, noch Tee?" (S. 174)

Auch an dem Tag: Noah streitet mit seiner Mutter und diese
sagt, sie ist deshalb so "gemein" zu Gwen, weil sie glaubt zu
wissen, was die beiden vorhaben. Ihre andere Begründung nenne
ich nun mal nicht, um nicht zu spoilern, aber ich fand sie
total sinnlos und keine richtige Begründung. Besser hätte ich es
gefunden, wenn sie denkt Gwen ist noch krank und Noah will ihr
SEIN Herz geben. So, dass sie sozusagen Angst hat, dass ihr Sohn
für ein Mädchen sterben will. Das hätte meiner Meinung nach mehr
Sinn gemacht und auch begründet, warum sie so "gemein" reagiert
hat.

Zusatzpunkt: Ich habe außerdem vermutet, dass Sevi schwul ist
und sich deswegen so viele Mädchen geangelt hat, um sie dann
kurze Zeit später wieder zu verlassen. Das hätte auch erklärt,
wieso er sich erst nicht getraut hat, sich seinem besten Freund
anzuvertrauen. Die eigentliche Begründung, wieso er sich 
so komisch verhalten hat, war meiner Meinung nach eher schwach.

Trotzdem fand ich das Buch sehr schön und ich kann es euch
nur ans Herz legen. Es steckt sehr viel Herzblut in diesem
Buch und es hat Spaß gemacht es zu lesen.


2. "Das Ufer" von Richard Laymon

Inhaltsangabe: "Der dunkle See, Das einsame Haus am Ufer. Zwei junge 
Menschen, die dort eine Liebesnacht verbringen wollen. Doch einer 
von ihnen wird den nächsten Morgen nicht mehr erleben.
18 Jahre später wird die Kleinstadt Tiburon von einem Serienkiller
heimgesucht. Angst und Wahnsinn greifen um sich, und das Haus 
am Ufer wird wieder zum Ort unvorstellbaren Grauens!"

Das Ufer von Richard Laymon
Seiten: 591
Genre: Horrorroman
Titel: 3/5
Cover: 3/5
Inhalt: 4/5
Schreibstil: 4/5
Charaktere: 4/5

Das Buch "Das Ufer" hat mir gefallen, allerdings gibt es auch 
bessere Bücher von Richard Laymon. Irgendwie fand ich dieses
Buch nicht "typisch Laymon", beim Lesen habe ich oftmals vergessen,
dass ich gerade ein Buch von meinem Lieblingsautor lese, weil
es sich irgendwie anders angefühlt hat, ich kann nicht mal
genau beschreiben, warum das so ist.

Trotzdem gab es, wie leider immer bei Büchern von Laymon,
viele Übersetzungsfehler. Ich hasse es, ich rege mich ständig
auf, wenn ich Bücher von ihm lese, obwohl ich sie eigentlich 
liebe.
Diesmal kamen zum Beispiel so clevere Sätze wie "Deana merkte
erstaunt auf." (S. 365) heraus. Was soll das bitte genau heißen?

Außerdem wurde die Erzählform ständig gewechselt, manchmal
wurde aus der Ich-Perspektive geschrieben und wenig später heißt
es "sie".



In den Oktober starte ich mit dem Buch "Simon vs. the Homo
sapiens Agenda" von Becky Albertalli und ich hoffe allgemein,
dass ich diesen Monat mehr schaffe.


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