Lesemonat: Juli

Lesemonat Juli im Überblick:

Gelesene Bücher: 6
Seiten insgesamt: 2.456
Buchtitel: 1. "Der Gast" von Richard Laymon
           2. "Todeswächter" von Veit Etzold
           3. "Eine für Vier" von Ann Brashhares
           4. "Cooper" von Eberhard Rathgeb
           5. "Doppeltot" von Gideon Samson
           6. "Der Pfahl" von Richard Laymon


1. "Der Gast" von Richard Laymon

Inhaltsangabe: "Eine Nacht in Los Angeles: Eher aus Zufall 
befreit der ängstliche Neal eine junge Frau aus der Gewalt eines
Serienkillers. Zum Dank dafür schenkt sie ihm ein Armband, das 
magische Kräfte besitzt. Mit seiner Hilfe kann man in die Körper 
anderer Menschen eindringen – fühlen, was der andere fühlt, 
spüren, was der andere denkt. Doch was zunächst ein prickelndes 
Erlebnis zu sein scheint, verwandelt sich für Neal schnell in 
einen Alptraum."

Seiten: 748
Genre: Horrorroman
Titel: 3,5/5
Cover: 4/5
Inhalt: 3/5
Schreibstil: 2,5/5
Charaktere: 3/5


Die Idee an sich finde ich eigentlich ganz gut, stellenweise
wurde sie aber schlecht umgesetzt. Beim lesen haben sich einige
Kritikpunkte angesammelt, welche meine Lesefreude etwas gehemmt
haben.

(Die Nachfolgenden Kritikpunkte können Spoiler enthalten, also
nur weiterlesen, wenn euch das nichts ausmacht.) 

- Zuerst hat mich ein Dialog auf S. 73 verwirrt. Neal redet in
Gedanken mit Elise, als er mithilfe des Armbands in ihren Körper
reist. Elise antwortet ihm sofort, dass sie ihn nicht hören kann.
Wenn sie ihn nicht hören kann, wieso reagiert sie dann direkt?
Deshalb sagte er in Gedanken: "Ich bin hier, Elise. Was geht da
vor sich? Es muss ein Traum sein, oder?" Elise dachte: "Ich kann
dich nicht hören. Das funktioniert nur in eine Richtung."

- Dann habe ich mich gefragt wieso Neal nicht persönlich zu 
Elise fährt oder sie anruft, um sie zu warnen, sondern mit dem
Armband zu ihr reist. Er weiß doch, dass er nicht mit ihr
kommunizieren kann, wenn er in ihren Körper ist. Als er sich
dann endlich wahrhaftig auf dem Weg zu ihr macht, schießt er
vorher die Reifen des Killers kaputt, damit dieser nicht
flüchten kann. Bevor er aber tausendmal in den Wagen schießt,
fände ich es schlauer, wenn er erstmal nach Elise schaut, da er
ja wusste, dass diese sich in den Klauen des Killers befindet.
Der Mörder hat die vielen Schüsse sicherlich gehört und schnell
kurzen Prozess gemacht und Elise sofort getötet. 

- Als Nächstes finde ich die ganze Sache mit Sue komisch.
 Er lernt Sue in dem Café kennen, in welchem sie arbeitet, als 
er für ein paar Tage wegfahren will. Sie will ihn spontan auf
seiner Reise begleiten, obwohl sie ihn nicht kennt, gerade am
arbeiten ist und nicht mal 18 Jahre ist (und Neal fast 30)
Als die beiden sich dann auch noch ineinander verlieben 
und eine kuriose Dreieicksbeziehung mit Neals Freundin (welche
das alles nicht zu stören scheint) eingehen, wurde die Sache
erst Recht komisch. Neals Gefühle kann ich eh nicht nachvollziehen,
da er sich erst spontan in Elise verliebt und später dann in
Sue, obwohl er eine Freundin hat. Solche "Liebe" kann ich nicht
ernstnehmen und hat mich demnach etwas gestört.

- Sue redet außerdem enorm komisch. Auch wenn das so gewollt ist,
hat es mich beim flüssigen Lesen gestört. Hier ein paar Beispiele:
"Sind das die, wo du abbekommen hast, als deine Freundin vom Boot 
gefallen ist?" (S. 284)
"Tja, ich tu einfach behaupten, dass (...)" (S. 286)

- Außerdem gab es eine Reihe von Rechtschreibfehlern. Langsam
verfluche ich diese Übersetzer von Richard Laymon. Jegliche Bücher
von Richard Laymon werden versaut, weil überall Fehler sind. Und
dann nicht irgendwelche Flüchtigkeitsfehler, welcher ja jeder
Mensch macht, sondern richtig dämliche. Hier ein paar Beispiele:
The Ford (S. 286) - obwohl der Park "The Fort" heißt
Wenn kümmert's? (S. 290)
"Oh, du fühlst dich sich so gut an." (S. 741)

Mal abgesehen von den reichlichen Kritikpunkten fand ich auch das
Ende blöd. Dieses möchte ich euch nun aber nicht vorwegnehmen.
Also lest selbst, wenn ihr wollt. Empfehlen würde ich euch aber
lieber ein anderes Buch von Richard Laymon.

Zum Schluss allerdings noch etwas Positives - das darf ja auch
nicht fehlen.
Neal möchte in dem Buch für ein paar Tage wegfahren und überlegt,
in einen Freizeitpark zu fahren. Bei der Überlegung denkt er an
Bolata Bay, entscheidet sich aber dagegen, weil dort vor einiger
Zeit schlimme Ereignisse stattgefunden haben. Dies ist eine
Anspielung auf einen anderen Roman von Richard Laymon, welchen
ich auch erst vor kurzen gelesen habe. Ich habe vorher noch nie
gesehen, dass Richard auf einen seiner eigenen Romane anspielt
und war ganz begeistert - und da "Die Gang", das Buch, von dem
hier die Rede ist, meiner Meinung nach weitaus besser war als
"Der Gast" war ich natürlich doppelt positiv überrascht.


2. "Der Todeswächter" von Veit Etzold

Inhaltsangabe: "Eine Serie rätselhafter Morde erschüttert Berlin.
Zwischen den Opfern gibt es keine Verbindung - außer der
Handschrift des Täters: Die Leichen wurden nach ihrem Tod 
auffällig in Szene gesetzt, in ihren Mundhöhlen findet die 
Polizei antike Münzen. Doch das Merkwürdigste: Es gibt eindeutige 
Hinweise darauf, dass der Täter sich über einen längeren 
Zeitraum bei den Opfern aufgehalten hat. Allerdings ist die an 
den Tatorten sichergestellte DNA jedes Mal eine andere. Sind 
hier womöglich mehrere Mörder am Werk?"

Seiten: 441
Genre: Thriller
Titel: 5/5
Cover: 4/5
Inhalt: 3,5/5
Schreibstil: 4/5
Charaktere: 3/5

Die Inhaltsangabe, welche ich euch oben hinterlegt habe, ist
nicht identisch mit dem Klappentext, welchen ich euch nun nochmal
präsentieren werde:

Drei Opfer, die unterschiedlicher nicht sein könnten.
Drei Menschen, die ihrer größten Angst ins Auge blicken.
Ein Mörder, der das grausamste Spiel aller Zeiten spielt.

Ihr findet das klingt vielversprechend? Ja, das dachte ich auch.
Leider hat der Klappentext nicht viel mit dem Inhalt zu tun.
Klar, es gab einen Mörder, der anderen Menschen etwas schlimmes
angetan hat, großer Angst mussten sie wohl auch ins Auge blicken,
aber ich habe es mir spezieller vorgestellt. Irgendwie so ein
bisschen Sawmäßig. Das jeder seiner eigenen, individuellen Angst
ins Auge blicken muss und ein "Spiel" spielen muss, um zu
überleben. Sowas eben. Abgesehen davon gab es mehr als drei Opfer.

Bevor ich ein bisschen Kritik ablassen möchte, widme ich mich
jedoch ein paar schönen Buchzitaten, welche mir gefallen haben:

Die Sonne brannte noch immer vom blauen Himmel, doch am Horizont
türmten sich bereits Wolken, von denen man nicht sagen konnte, ob
sie nur die Sonne verdunkeln oder ein Unwetter brachten. Denn jeder
Sommer trug seinen Winter in sich, jedes Licht seinen Schatten,
jeder Anfang sein Ende. Und jedes Leben seinen Tod. (S. 200)

liebe ist, den verlorenen Teil des Selbst in einem anderen
Menschen wiederzufinden. (S. 302)

Man konnte schließlich nicht loslassen, was man vorher nicht
festgehalten hat. Und man konnte nicht verlieren, was man nie
besaß. (S. 303)


Nun kommen die Kritikpunkte, welche ihr überspringen solltet,
wenn ihr nicht gespoilert werden wollt:

- Ich könnte mich mal wieder darüber aufregen, dass in
diesem Buch eine gute Person böse wird. Ernsthaft, ich habe das
auf meinem Blog nun schon tausendmal getan, weshalb ich euch das
am liebsten ersparen würde, aber mich nervt es wirklich. Dieses
Konzept ist einfach nur noch total ausgelutscht. Zum Glück 
mochte ich dieses Mal diese Person nicht so besonders. Manchmal
hänge ich mein Herz das ganze Buch über an eine Person, nur um
am Ende erfahren zu müssen, dass diese der/die Mörder/in ist.

- Es gab ein paar Sinnfehler, welche hauptsächlich Karl betreffen.

Zum einen ändert sich sein Alter ständig:

"Der achtundzwanzigjährige Praktikant des LKA Berlin." (S. 408) 

"Das erklärte auch, weshalb er als 29 Jähriger (...)" (S. 429)

Zum anderen weiß man nicht wirklich, wann er wie alt war. Wenn
er zur Tatzeit erst sechs Jahre alt war, wieso wird dann davon
geredet, dass die ersten zehn Jahre nur ein schlechter Traum
gewesen sind? Nach der besagten Tatzeit ging es ihm ja schnell
besser:

"Inzwischen fühlte es sich an, als wären sie schon immer seine
Familie, als wären seine ersten zehn Lebensjahre nur ein schlimmer
Traum gewesen aus dem seine Mutter ihn liebevoll geweckt hatte."
(S. 216)

"Er ist 1982 geboren. Zur Tatzeit war er 6 Jahre alt. Dann ist er
jetzt ..." Er rechnete kurz im Kopf nach. "29." (S. 380)

Letztendlich muss ich noch sagen, dass ich das Ende reichlich
lahm fand. Es wurde nur geschrieben, dass das Einsatzkommando
den Täter überwältigt hat. Es war nicht detailliert genug und 
langweilig. Besonders den Moment der Festnahme hätte man weitaus
besser und präziser ausschmücken können.


3. "Eine für Vier" von Ann Brashares

Inhaltsangabe: "Es ist ein Sommer wie kein anderer. Carmen, 
Bridget, Lena und Tibby werden süße 16 und zum ersten Mal 
trennen sich ihre Wege. Um in Kontakt zu bleiben, schicken sie 
eine Jeans auf Reisen – von einer zur anderen, um die halbe Welt, 
in einer Zeit, in der sich alles verändert und die vier ganz 
unterschiedliche Erfahrungen machen mit Liebe, Verlust, Trauer 
und Freundschaft."

Seiten: 319
Genre: Jugendroman
Titel: 4/5
Cover: 1/5
Inhalt: 5/5
Schreibstil: 5/5
Charaktere: 5/5

Das Buch "Eine für Vier" ist schon ziemlich alt. Schätzungsweise
um die 10 Jahre. Ich habe es damals oft im Buchladen gesehen, aber
nie gekauft. Vor gar nicht allzu langer Zeit habe ich dann die 
Verfilmung im Fernsehen gesehen. Meine Mutter und ich waren total
begeistert und haben uns gefragt, wieso wir nie das Buch gekauft
beziehungsweise gelesen haben. Ich habe seitdem immer Ausschau
danach gehalten, aber eher halbherzig, weil ich befürchtet habe,
dass so ein altes Buch nicht mehr vorrätig ist. Als dann die
letzte weiße Buchwoche in der Mayersche stattfand, habe ich es
aber tatsächlich gefunden und mich gleich ans Lesen gemacht. Das
Buch war großartig, auch wenn es eher für Jüngere geschrieben ist.
Den Film fand ich allerdings etwas besser, das ist bei mir meistens
so, wenn ich vorher den Film geschaut habe. Ich freue mich nun
riesig darauf, auch noch die restlichen Teile zu lesen. Auch 
wenn das Buch toll war, gibt es ein bisschen Kritik, beziehungsweise
Punkte, welche ich nicht verstanden habe.
Zuerst aber ein schönes Zitat aus dem Buch:

Heute ist das Morgen, um das wir uns gestern Sorgen gemacht haben.


Wie immer - Spoilergefahr - Wenn ihr nicht gespoilert werden
wollt, die nächsten Punkte auslassen:

- Ich konnte Bridgets Verhalten nicht wirklich nachvollziehen.
Sie macht Eric die ganze Zeit an und als offensichtlich was
zwischen ihnen gelaufen ist, ist sie ziemlich deprimiert.
Sie isst nichts mehr, ist schlecht gelaunt, usw. Beim klärenden
Gespräch mit Eric sagt dieser dann: "Du hast noch nicht viel
Erfahrung mit Männern stimmt's?" (S. 286)
Außerdem: "Sie wusste, dass sie zu jung war für das, was sie mit
ihm gemacht hatte."
Wie soll man das verstehen? Haben die beiden miteinander 
geschlafen? Offensichtlich ja, aber wieso deprimiert sie das,
obwohl sie es wollte? Weil sie zu jung war? Weil es weh tat? Weil
sie es bereut? Und wieso weiß er, dass sie noch nicht viel
Erfahrung hat? Weil sie so komisch reagiert?

- Außerdem kann ich Tibby nicht verstehen. Sie mag Tucker
plötzlich nicht mehr, obwohl er nichts getan hat. Er ist
freundlich zu ihr und sie denkt abfällige Dinge über ihn, ganz
besonders über sein Äußeres, was ich ziemlich gemein finde.
Wieso hat sich ihre Meinung so schnell geändert?


4. "Cooper" von Eberhard Rathgeb

Inhaltsangabe: "Es ist ein Tag wie jeder andere. Eine junge Familie 
fährt in das neue kleine Wochenendhaus auf dem Land. Doch wer 
ist dieser böse, abweisende Junge an der einsamen Tankstelle? 
Was geschieht der Mutter, Lisa, als sie plötzlich den schweren 
schwarzen Schatten im Rücken spürt, allein im Haus? Was wird 
aus ihrem Mann Jakob und den beiden Töchtern, als die helle, 
freundliche Welt auf einmal ins Schreckliche kippt? Der 
schlimmste Angriff des Schicksals steht ihnen noch bevor."

Seiten: 139
Genre: Roman
Titel: 2,5/5
Cover: 5/5
Inhalt: 3/5
Schreibstil: 3/5
Charaktere: 1/5

Der Schreibstil ist eigentlich ganz gut, irgendwie gehoben und
außergewöhnlich. Ich dachte die fehlende wörtliche Rede würde mich
mehr stören, aber in diesem Fall lagen die Kritikpunkte woanders. 
Irgendwie war das auslassen der wörtlichen Rede passend, da eh 
nur von oben herab erzählt wurde und die Personen - meiner Meinung
nach - keine greifbare Rolle spielt. Man ist nur stummer Begleiter
in einem Roman, in dem selbst die Hauptcharaktere nicht viel zu 
sagen haben. Für Charaktere konnte ich deshalb auch leider nur einen
gutgemeinten Punkt vergeben, die Charaktere wurden viel zu 
oberflächlich erwähnt, sodass es schwierig war, sich ein richtiges
Bild von ihnen zu machen. Auch die Bandwurmsätze hätten mich in
einem anderen Buch vermutlich mehr gestört. Der Inhalt, welchen ich
später noch erwähnen werde - war ein größerer Kritikpunkt, weshalb 
Bandwurmsätze und fehlende wörtliche Rede nicht allzu schlimm waren.
Trotzdem besteht das Buch hauptsächlich aus riesigen Sätzen und ich
meine wirklich riesig - bereits auf der zweiten Seite wird man von
einem Satz erschlagen, welcher 18 Zeilen lang ist. Also fast die 
komplette Seite. 
Als nächstes gehe ich detailliert auf meine Meinung und
den Buchverlauf ein, also falls man nicht gespoilert werden möchte,
nicht weiterlesen:
Ich weiß ehrlich gesagt nicht, was ich von dem Buch halten
soll und ob es mir gefallen hat oder nicht. Zum einen fand ich
es unglaublich spannend und ich konnte es nicht mehr aus der Hand
legen und habe es in einem Zug durchgelesen. Ich musste einfach
erfahren, was als nächstes passiert und wie sich alles zusammenfügt.
Zum anderen finde ich, dass letztendlich gar nichts geschehen ist.
Ich habe die ganze Zeit auf das große Finale gewartet und auf
irgendwas, was alles erklärt, aber das blieb aus.
Den Anfang fand ich echt vielversprechend und ja, sogar gruselig.
Eine 4-Köpfige Familie (Mutter, Vater und zwei kleine Töchter)
unternehmen einen Ausflug. Auf dem Weg dahin entdecken sie eine
scheinbar verlassene Tankstelle. Als der Vater jemanden sucht,
bei dem er bezahlen kann, entdecken die Kinder eine Katze. Der
Vater trifft einen seltsamen Jugendlichen. Als er später den
Tankwart antrifft, wird er auch von diesem gefragt, ob er einem
Jungen begegnet ist, aber man erfährt nicht, was es mit
diesem Jungen auf sich hat. Auch was es mit der Katze auf sich hat,
bleibt aus. Diese kommt zwar noch einmal vor, aber es werden
nur weitere Fragen aufgeworfen und keine beantwortet. Als die 
Familie nämlich später an ihrem Ziel ankommt ist dort auch
diese Katze und alle fragen sich, wie das nur möglich ist. Es
ging spannend weiter. Während die Töchter mit ihrem Vater am
nächsten Morgen weggehen, bleibt die Mutter allein zurück. Ihr
passiert etwas schreckliches, aber man erfährt nicht was. Ich
habe gehofft, dass sich all das am Ende aufklärt, aber das war
reines Wunschdenken. Der Mittelteil war auch noch recht spannend:
Die Mutter, welche etwas schreckliches erlebt hat, fährt fort, um
darüber hinwegzukommen. Als sie wieder nach Hause kehrt, fahren sie
zurück an den Ort des Geschehens. Der Vater schwört seine Frau
keine Sekunde aus den Augen zu lassen, damit ihr nicht wieder
irgendwas zustößt, aber schon am Nächsten Morgen verlässt gemeinsam
mit den Kindern das Haus. Die drei sterben womöglich bei einem
Autounfall (bei dem auch die Katze involviert ist?), aber
wirklich feststehen tut davon nichts.
Den letzten Teil fand ich richtig schlecht, langweilig und
ereignislos. Die Erklärungen blieben wie gesagt aus und es
wurde nur oberflächlich beschrieben was die Frau ohne Mann 
und Kinder macht. Sie lernt Cooper kennen, knapp 20 Seiten vor
Buchende, obwohl das Buch nach Cooper benannt ist und man
eigentlich denkt, dass er eine zentralere Rolle spielt, aber
vielleicht ist seine Rolle auch wichtig und ich habe es nur nicht
begriffen. Er erzählt von seinem Bruder, welcher meiner Meinung nach
nichts mit dem davorigen Buchverlauf zu schaffen hat, aber
vielleicht ist dort irgendeine unterschwellige Erklärung enthalten,
welche ich nicht kapiert habe. Am Ende nimmt sich die Mutter
scheinbar das Leben, aber genaueres erfährt man mal wieder nicht.
Das Ende bleibt wie alles in diesem Buch reine Spekulation.

5. "Doppeltot" von Gideon Samson

Inhaltsangabe: "Grenzenlose Freundschaft. Rifka und Düveke sind
beste Freundinnen. Rifka hat das Sagen und immer wieder schräge 
Ideen. Düveke imponiert das, es ist aufregend und schweißt die 
beiden noch enger zusammen. Der neueste Coup: Rifka will an 
ihrer eigenen Beerdigung teilnehmen – quicklebendig. Sie 
überredet Düveke, eine Entführung vorzutäuschen und ihr Versteck, 
Kleidung und Essen zu besorgen. Doch die Sache läuft aus dem Ruder."

Seiten: 220
Titel: 4/5
Cover: 1/5
Inhalt: 5/5
Schreibstil: 5/5
Charaktere: 3,5/5

Das Buch "Doppeltot" von Gideon Samson hat mich sehr geschockt
und mitgenommen. Es hat einen anderen Verlauf angenommen, als ich
vorher in Betracht gezogen habe und mich haben viele Stellen sehr
berührt. Bevor ich aber näher darauf eingehen werde, vorerst ein
paar oberflächlichere Fakten:

- Ich fand die Aufteilung von dem Buch sehr gut. Die Teile 
waren in die Kategorien "Davor", "Danach" und "Währenddessen" 
gegliedert und jeder Teil wurde aus der Sicht einer anderen Person
beschrieben, was super war, weil man so die Gedanken und Gefühle
vieler näher betrachten konnte. Nicht nur, dass es drei verschiedene
Personen waren, es gab auch sprachlich drei verschiedene Sichten.
So wurde Düvekes Teil, "Davor" in der Ich-Perspektive verfasst,
währenddessen Oliviers Teil "Danach" in der dritten Person ("er)
geschrieben wurde. Rifkas Teil "Währenddessen" ist aus der
Du-Perspektive, was ziemlich genial ist, da man so noch mehr
im Geschehen involviert wird. Außerdem ist diese 
Erzählperspektive relativ selten. (Beispiel: "Du könntest jetzt
aufstehen, aber du bleibst sitzen.")

- Was ich noch so gut fand, ist dass Oliviers Teil keine 
Kapitelnamen hat, sondern nur in "Erstes Kapitel", "Zweites 
Kapitel" usw. unterteilt ist. In Teil 1 und 3 tragen die
unterschiedlichen Kapitel verschiedene Namen.

- Eine Sache, die ich so vorher auch noch nie gesehen habe, 
fand ich ganz toll. In Oliviers Teil fällt einmal der Wortlaut
"(...) das schwärzeste Kapitel seines Lebens (...)" und die
darauffolgende Seite ist einfach komplett schwarz. Das hat diesem
kleinen Satz sehr viel Ausdruck verliehen, weil das Kapitel danach
in der Tat sehr schwarz war.

Als nächstes folgen ein paar Zitate aus dem Buch, welche mir
persönlich sehr gefallen haben:

"Das also ist es, was man Liebe nennt, dachte er. Dass das Glück
eines anderen dir wichtiger ist als dein eigenes." (S. 140)

"Es musste ein Wort geben für Momente, in denen Begriffe wie
"Trauer", "Leid" und "Schmerz" viel zu klein und unbeholfen
klingen." (S. 142)


Nun folgen ein paar meiner Gedanken und Gefühle, welche
ich beim lesen hatte. Da ihr hierbei möglicherweise
gespoilert werden könnt, nur weiterlesen, wenn euch
das nichts ausmacht:

- Im ersten Teil hat man das Gefühl Düveke und Rifka
sind unzertrennlich und die besten Freundinnen der Welt.
Ich war kurzzeitig sogar etwas neidisch, weil ich mir 
auch so eine Freundschaft gewünscht habe. Im letzten Teil
löst sich dann alles Positive in Luft auf, da man nun
auch Rifkas Sicht kennt und erfährt, dass diese Düveke
niemals mochte und lediglich dafür benutzt hat, um
an ihren großen Bruder Olivier heranzukommen. Es tut
einem vor allem deshalb im Herzen weh, weil Düveke
so viel für Rifka riskiert. Ich kann mich auch deshalb
so gut in die Sache einfinden, weil ich ein bisschen so wie
Düveke bin. Düveke ist die unsichere und ängstlichere
von beiden und wird deshalb von Rifka als dumm und 
uneigenständig betitelt.
Düveke riskiert so viel für Rifka und tut alles was
diese verlangt, weil sie denkt, sie sind beste
Freundinnen. Es ist heftig wie sich Düveke 
in dem Buch verwandelt, von dem unschuldigen, süßen,
unsicheren 12 Jährigen Mädchen, zu dem, was sie
letztendlich wird.
Was ich nicht nachvollziehen kann ist, warum Düveke
immer noch zu Rifka hält, obwohl diese irgendwann
zeigt, dass sie keine Freundinnen mehr sind.
Rifka schickt ihr eine Nachricht und fügt als letzten
Satz "Du bist eine Schlampe" hinzu. Wieso fährt
Düveke trotzdem zu ihr? Sie wurde grundlos beleidigt
und sollte langsam einsehen, dass sie von
Rifka nur benutzt wird. Ich hätte gerne gewusst, was
Düveke gedacht hat, als sie diese bösen Nachrichten
gelesen hat. Da sie in Rifkas Teil verschickt wurden,
hat man nur Düvekes Antwort lesen können, nicht mehr
ihre Gedanken. War sie traurig oder bereits dort
voller Wut und Hass? Hat sie schnell begriffen,
dass sie und Rifka niemals Freundinnen waren?
Das Ende hat mich natürlich auch unglaublich geschockt.
Ich finde es einerseits unglaublich süß, was
Olivier auf sich nimmt, nur weil er seine Schwester so
sehr liebt, zum anderen ist es so schrecklich, weil 
ich Olivier echt mochte und er gerade so glücklich
mit Ilona war und nun alles in Scherben liegt.


6. "Der Pfahl" von Richard Laymon

Inhaltsangabe: "Der Horrorautor Larry entdeckt eine 
Geisterstadt in der Wüste Kaliforniens. Im Keller eines
verfallenen Hotels steht ein Sarg, in dem eine mumifizierte,
weibliche Leiche liegt. Und in dieser Leiche steckt ein
Holzpfahl. Larry beschließt, den Sarg mitzunehmen und das
Entfernen des Pfahls in seiner eigenen Garage auf Video für
die Nachwelt festzuhalten. Keine gute Idee, wie sich bald
herausstellen wird."

Seiten: 589
Genre: Horrorroman
Titel: 3/5
Cover: 3/5
Inhalt: 2,5/5
Schreibstil: 3/5
Charaktere: 4/5

Puh, ehrlich gesagt weiß ich nicht so recht, was ich in dieser
Rezension schreiben soll. Wie fleißige Leser mittlerweile wissen
müssten, liebe ich Richard Laymon und seine Horrorromane. Das
manche Bücher auch Themen beinhalten, welche nicht so realistisch
sind stört mich meist nicht, obwohl ich sowas sonst nicht so
spannend finde. Da es sich aber um Laymon handelt gefallen mir
oft auch Bücher mit Mumien oder unsichtbare Killer. In "Der Pfahl"
ging es um Vampire und ich muss sagen, dass mir das nicht so
wirklich gefallen hat. Später werde ich noch näher darauf 
eingehen, jetzt aber erstmal ein paar Zitate, welche mir gut
gefallen haben:

"Wenn die Zukunft uns erreicht, ist sie nicht mehr als ein Moment,
ein Augenblick der Gegenwart." (S. 337)

"Das leben ist grausam und dann stirbt man." (S. 390)

Falls ihr nicht gespoilert werden wollt, hört nun lieber auf
zu lesen:

Im Prolog kann man sofort lesen, dass es sich um einen echten
Vampir handelt, das finde ich schade, weil es sofort die Spannung
wegnimmt. Das komplette Buch handelt davon, wie Larry überlegt,
ob er den Pfahl aus der Leiche ziehen soll, da er Angst vor
möglichen Konsequenzen hat. Ohne den Prolog wüsste auch der Leser
nicht, ob es nun ein echter Vampir ist oder nur eine Leiche und
wäre ebenso gespannt wie Larry selbst.
Ich weiß nicht ob das der einzige Grund war oder es einfach
damit zusammenhängt, dass ich Vampire allgemein nicht so spannend
finde, aber alles, was nebenher passiert ist, fand ich spannender
als diesen Pfahl. Lane, Larrys Tochter, wurde von ihrem Lehrer
vergewaltigt, für den sie vorher enorm geschwärmt hat. Ich hätte
lieber mehr von Lane, ihrer Angst und vielleicht sogar ihrem
Versuch erneut einem Jungen zu vertrauen, gelesen, anstatt von
dem Vampir. Ich fand diese Nebengeschichte einfach viel zentraler
und spannender. Was ich ebenfalls super gefunden hätte, wenn es
schon um Vampire gehen soll, dass Lane Lehrer der böse Vampir 
ist und nicht die entschuldige Bonnie, welche mit dem Pfahl in der
Brust gefunden wurde. Etwa so: Der junge, gutaussehende Lehrer
reist schon seit tausenden von Jahren durch die Länder, vergewaltigt
und tötet schöne Mädchen und tötet sie mit einem Pfahl in der Brust,
damit jeder denkt, sie wären Vampire und nicht etwa der Mörder
selbst. Er hat Lane auch von seiner früheren Freundin, Lonnie,
erzählt, über welche er noch nicht hinweg ist. Lonnie = Bonnie?
Das wäre einfach viel zu perfekt gewesen. Im Buch wird der Lehrer
später tatsächlich mit einem Pfahl getötet (zwar in die Kehle),
aber es wäre so cool gewesen, wenn er mit dem Pfahl getötet worden
wäre, weil sich Lanes Vater wegen der Vergewaltigung rächen will,
nicht etwa, weil er glaubt dieser sei ein Vampir. Umso mehr ich
darüber nachdenke, desto mehr wird mir bewusst, dass man viel 
mehr aus diesem Buch hätte machen können. Schade Laymon, ich
liebe dich aber trotzdem!
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