Filmrezension, Teil 1: Triangle

Hallo ihr Lieben!

Heute folgt wie geplant ein Blogbeitrag zu einem Film, welchen ich 2016 zum ersten Mal gesehen habe und meine persönliche Meinung über Umsetzung, Handlung und Besetzung. Da der Eintrag zu diesem Film seeehr ausführlich und lang wird, folgen die Rezensionen zu den anderen Filmen demnächst. Also bleibt gespannt!

„Triangle – Die Angst kommt in Wellen“

Filmdaten:

Deutscher Titel: „Triangle – Die Angst kommt in Wellen“

Original Titel: „Triangle“

Original Sprache: Englisch

Erscheinungsjahr: 2009

Filmlänge: 95 Minuten

Altersfreigabe: 16 Jahre

Genre: Thriller/Mystery

Persönliche Kurzbewertung:

Titel: 4/5

Thematik: 5/5

Umsetzung: 5/5

Besetzung: 4/5

Charaktere: 4/5

Ort(e): 4/5

Fangen wir mit meinem persönlichen Highlight an. „Triangle – die Angst kommt in Wellen“ war meiner Meinung nach ein Meisterwerk, ein Film, den jeder mal geschaut haben muss. Und dabei bin ich eher durch Zufall auf ihn gestoßen und hätte ihn beinahe nicht geguckt. Er kam vor ein paar Wochen spät nachts im Fernsehen und mein Freund meinte, dass er ihn vor ein paar Jahren mal geschaut hat und positiv in Erinnerung hatte. Wir haben den Sender also laufen lassen und auf „Triangle“ gewartet – noch bevor der Film angefangen hat, ist mein Freund eingeschlafen und da ich eigentlich ungern Filme alleine schaue, wollte ich ihn auch erst nicht anfangen, doch er hat mich von der ersten Minute gefesselt und wurde immer besser und spannender und hat sich am Ende als reines Kunstwerk herausgestellt, weshalb ich es absolut nicht bereue ihn doch noch alleine geschaut zu haben. Aber nun genug Vorrede, kommen wir zu einer kurzen Inhaltsangabe, damit ihr einen kleinen Überblick der Handlung erhaltet:

Als Jess mit Freunden einen Segeltörn unternimmt, hat sie von Anfang an ein komisches Gefühl. Ihre schlimmsten Ängste werden wahr, als die Yacht in einen Sturm kommt und sie sich auf einen verlassenen Ozean-Dampfer retten müssen. Jess ist davon überzeugt, dass sie schon einmal auf diesem Schiff war und obwohl das Schiff verwahrlost ist, sind sie trotzdem nicht allein. Jemand jagt sie, einen nach dem anderen. Nur Jess hat den Schlüssel zum Ende dieses nervenaufreibenden Terrors in der Hand – ohne etwas davon zu ahnen.

Zugegeben, laut Inhaltsangabe klingt der Film nicht annähernd so gut, wie er eigentlich ist. Würde ich nur diese Inhaltsangabe kennen, würde ich auf einen stumpfen Thriller tippen, dazu noch typisch klischeehaft eine junge Truppe, welche ein Segeltörn unternimmt – Aber der Film enthält wirklich einiges mehr als das. Falls ihr, wie ich manchmal, auf der Suche nach einem Film seid, welcher euch noch lange, lange, lange im Gedächtnis bleibt und welcher euch richtig zum Nachdenken anregt – schaut Triangle! Noch heute, wochenlang nachdem ich ihn geschaut habe, grübele ich über das Ende und mögliche Theorien nach. Am Ende präsentiere ich euch noch einige der Theorien und Erklärungen zum Filmende, welche ich im Internet gefunden habe und schreibe auch ein paar meiner eigenen Gedanken nieder – diese solltet ihr allerdings nur lesen, wenn ihr nicht gespoilert werden wollt. Nun machen wir allerdings erstmal mit einem unverfänglichen Thema weiter – die Besetzung! Die Hauptperson Jess wird von Melissa George gespielt, einige kennen sie vielleicht aus Serienklassiker wie „Friends“, „Charmed“ und „Grey’s Anatomy“. Ich wusste ehrlich gesagt nicht ob ich die Besetzung passend fand oder nicht. Im Film spielt sie eine Mutter, sah aber meiner Meinung nach viel, viel zu jung dafür aus. Im Laufe der Handlung ist sie aber irgendwie gewachsen – Ich weiß auch nicht, aber sie wirkte nicht mehr so kindlich und unpassend, sondern geradezu perfekt für die Rolle. Zu der Hauptbesetzung zählt ansonsten noch der Sohn von Jess – Tommy, gespielt von Joshua McIvor und die Leute, welche mit auf dem Segeltörn waren: Michael Dorman (Greg), Henry Nixon (Downey), Rachael Carpani (Sally), Emma Lung (Heather) und Liam Hemsworth (Victor). Na? Wer kennt alles den letzteren Burschen, Liam,  vielen bekannt als Gale aus dem Film „Die Tribute von Panem“. Leider Gottes habe ich ihn in Triangle nicht erkannt. In dem Film trägt er eine Glatze und sieht meiner Meinung nach absolut nicht so aus wie Gale. Trotzdem fand ich alle Besetzungen passend und gut und an sich mochte ich auch jeden Charakter.

Nun solltet ihr nicht weiterlesen, wenn ihr nicht gespoilert werden wollt:

Das Ende von Triangle ist etwas verwirrend und hinterlässt viele offene Fragen und Freiraum für eigene Interpretationsmöglichkeiten. Grob gesagt handelt der Film von Jess, welche mit ihrem autistischen Sohn vollkommen überfordert ist. Am Anfang des Films ist sie in einem Gespräch mit ihm, bis es an der Tür klingelt. Wenn Jess die Tür öffnet, ist jedoch niemand da. Als nächstes ist sie am Hafen und möchte mit Greg, ein Typ der ihr gefällt und seinen Freunden segeln gehen. Sie wirkt unsicher, kindlich und desorientiert. Bevor das Segelschiff selbst kentert, erhalten sie einen Notruf, können am anderen Ende jedoch nicht alle Worte verstehen. Während des Unwetter geht eine Person über Bord und die restlichen betreten ein scheinbar verwahrlostes Schiff. Jess verhält sich immer seltsamer, beteuert das Schiff zu kennen und letztendlich finden sie auch noch einen Schlüsselbund, welcher Jess gehört – niemand kann sich erklären wie dieser dort angelangt ist. Jess bekommt mit, wie ein Unbekannter alle anderen tötet. Bevor dieser Unbekannte ins Meer stürzt, gibt er Jess noch einen rätselhaften Hinweis: Sie soll alle Menschen töten, welche an Bord kommen wollen, damit sie selbst das Schiff wieder verlassen kann. Kurze Zeit später kommen auch schon Leute, welche aufs Bord wollen – und zwar Greg, seine Freunde und eine Kopie von Jess. Alles spielt sich genauso ab, wie zuvor. Diese Szene wiederholt sich häufiger und immer gibt es andere Enden und neue Aha-Momente. Zum Beispiel verliert „die richtige Jess“ selbst ihren Schlüsselbund, weshalb die neue Truppe ihn findet und sich wundert, wie er dorthin gelangt ist. In der letzten Version tötet Jess alle und kämpft am Schluss gegen sich selbst – wie am Anfang. Nur diesmal fällt nicht die Unbekannte ins Meer, sondern sie selbst. Sie wird an den Sand gespült und geht zurück nach Hause, wo sich die Szene vom Anfang austrägt. Sie klingt an ihre eigene Haustür, nachdem sie beobachtet hat, wie ein Abbild von ihr mit ihrem Sohn streitet. Sie erkennt, dass sie absolut überfordert ist als Mutter und zudem noch aggressiv ihrem Sohn gegenüber und verspricht von nun an eine bessere Mutter zu sein. Sie tötet ihr Abbild und erklärt ihrem Sohn, der alles mit angesehen hat, dass er nur schlecht geträumt hat. Mit Tommy und der Leiche im Auto fährt sie davon, bis eine Möwe gegen ihre Scheibe fliegt. Sie wirft die Möwe weg und entdeckt dabei, dass dort schon viele andere tote Möwen liegen. Sie versucht ihren Sohn zu beruhigen, welcher immer verängstigter ist. Währenddessen achtet sie nicht auf die Fahrbahn, baut einen Unfall und Tommy stirbt. Am Unfallstort wird sie von einem Taxifahrer angesprochen und sie bittet ihn, dass er sie zum Hafen fährt. Am Hafen spielt sich wieder die gleiche Szene ab, wie am Anfang, als die Reise mit dem Segeltörn begann… und alles fängt wieder von vorne an.

Ich habe viele, viele Meinungen, Erklärungen und Auflösungen gelesen und viele basierten auf die griechische Mythologie, was für mich sehr sinnvoll klingt, da es viele Hinweise gibt, die darauf abzielen, z.B:

  • Manche von euch kennen vielleicht Sisyphos, welcher von Hermes eine Strafe auferlegt bekommen hat: Er soll auf ewig einen Felsblock einen Berg hinauswälzen und immer, wenn er fast das Ende erreicht hat, rollt dieser zurück ins Tal. Deshalb nennt man eine scheinbar endlose Tätigkeit, ohne absehbares Ende, auch „Sisyphusaufgabe“. Im Film scheint Jess eine Sisyphusaufgabe erledigen zu müssen, da sich alles immer wieder von vorne abspielt und kein Ende in sich ist. Auf dem Schiff entdecken die Passagiere auch ein Bild und es wird davon geredet, dass Sisyphos den Tod ausgetrickst hat.
  • Das Schiff, welche die Schiffbrüchigen besteigen, heißt „Aeolos“ – genauso wie der Vater von Sisyphos. Außerdem spielt eine Blaskapelle, auf der dieser Name steht, wenn Jess den Unfall baut und ihr Sohn stirbt.
  • Der Taxifahrer wird von vielen als eine der wichtigsten Rollen angesehen, obwohl er nur ein paar Minuten zu sehen ist. Er erklärt Jess am Unfallort, dass der Junge nicht mehr zu retten ist und bringt sie zum Hafen. Er sagt zur ihr „Ich lasse das Taxameter laufen, sie kommen doch wieder“ – eventuell, weil sie aufgrund der Zeitschleife immer wieder beim Taxifahrer ankommt oder weil er hofft, dass sie sich von selbst ergibt. Für viele steht der Taxifahrer nämlich als Fahrer zur Hölle, beziehungsweise zur Unterwelt, auch auf die griechische Mythologie abgestimmt.

Ich finde die Anhaltspunkte zur griechischen Mythologie zwar sehr schlüssig und gut, habe mir aber auch eigene Gedanken darüber gemacht, wie Jess ihren Teuffelskreis, beziehungsweise ihre Sisyphusarbeit beenden kann:

  • In einer Version folgt Jess Sally. Sally hat Angst, dass Jess sie töten will, da mehrere Versionen von Jess auf dem Schiff rumlaufen und eine davon versucht, die Besetzung zu töten. Sally kommt an einen Ort an, wo sie einen Notruf losschicken kann: Und wo gelangt dieser hin? Richtig! Auf die Triangle, also das Segelschiff der Gruppe. Diese haben ja bevor sie gekentert sind einen Notruf erhalten, aber nicht alle Wörter verstehen können. Was wäre denn, wenn Jess direkt zu dieser Stelle geht und selbst den Notruf betätigt? Wenn sie die Leute auf der Triangle bittet, nicht das Schiff zu betreten? Sie soll ja die Menschen töten, die auf das Schiff wollen, damit sie selbst das Schiff verlassen kann. Da sie immer im Kampf gegen sich selbst verliert, scheitert sie an dieser Aufgabe und alles beginnt von vorne, was ist aber, wenn die Leute erst gar nicht auf das Schiff kommen?
  • Ansonsten frage ich mich, wieso sie es nicht über das Herz bringt sich selbst zu töten. Später, wenn sie die Szene in ihrem Haus beobachtet, tötet sie sich auch, da sie einsieht, was für eine schlechte Mutter sie ist. Wieso schafft sie es also nicht ihr eigenes Abbild auf dem Schiff zu töten und den Kreislauf zu stoppen?
  • Was wäre, wenn sie sich vom Taxifahrer nicht zum Hafen bringen lässt und niemals zum Segeltörn antritt? Sondern wenn sie stattdessen einfach nach Hause geht? Ich schätze, diese Version kommt für Jess nicht infrage, da sie dann einsehen muss, dass ihr Sohn verstorben ist. Sie leugnet seinen Tod die ganze Zeit, z.B sagt sie am Anfang, dass ihr Sohn in der Schule sei und später sagt sie zu Greg, dass in ihrer Welt ein Sohn auf seine Mutter wartet.
  • Aber was wiederum würde passieren, wenn sie erst gar nicht das Haus verlässt? Wenn sie mit ihrem Sohn zuhause bleibt, sodass dieser nicht bei dem Unfall sterben kann und sie nicht segeln geht?
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2 Kommentare zu “Filmrezension, Teil 1: Triangle

  1. Pingback: Filmrezension, Teil 2: Zoomania, Fragile und | Weltenbummlerin

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