Rock am Ring

Hallo ihr Lieben,

Ja, bald geht es wieder los… Rock am Ring. Schon seit ich etwa 13 Jahre alt war, war mein größter Traum einmal dabei zu sein. Damals schien mir das immer sehr unwahrscheinlich und als ich 2013, mit 22 Jahren, dann das erste Mal dabei war, konnte ich es immer noch nicht wirklich fassen. Die darauffolgenden Jahre 2014 und 2015 war ich ebenfalls dabei. Leider hatte ich jedes Jahr Stress mit meiner Begleitung (sie wollte immer eher abhauen, weshalb ich auch das ein oder andere Mal Bands verpasst habe, welche ich sehen wollte…), sodass ich mir gesagt habe, 2016 lieber alleine zu fahren, als noch einmal mit ihr. Wieso auch eigentlich nicht? Auf Festivals lernt man so viele tolle Menschen kennen, dass es doch eigentlich egal ist, ob man alleine anreist oder nicht. Leider habe ich mir viel zu viel Zeit gelassen und mir Gedanken gemacht, wie ich das alleine machen sollte, dass ich keine Karte mehr ersteigern konnte. Genau dann als die Karten komplett ausverkauft waren, kam ich mit meinem Freund zusammen, welcher gerne mit mir gefahren wäre, weshalb ich mich nun noch mehr ärgere, kein Ticket zu besitzen. Mit ihm wäre es so viel besser gewesen, als mit meiner sonstigen Begleitung. Ich habe wochenlang an allen möglichen Gewinnspielen teilgenommen, weil ich UNBEDINGT hinwollte, aber ich hatte bei keinem einzigen Glück. Meine letzte Hoffnung war ein Ticket bei dem Radiosender „Rockland Radio“ zu ersteigern. Diese haben insgesamt 60×2 Tickets verlost. Jeden Tag, über eine Woche lang, musste man zwischen 6-18 Uhr auf ein Anrufsignal warten und dann schnell anrufen, um zu gewinnen. Ich habe die komplette Woche echt kaum etwas anderes gemacht, als Radio gehört, weil ich so dringend gewinnen wollte. Ich bin extra morgens um kurz vor 6 aufgestanden, damit ich ja kein Signal verpasse. Ich habe die Nummer des Senders eingespeichert und mit meinem Daumen auf dem grünen Hörer verweilt, damit ich blitzschnell anrufen konnte – aber ich hatte keinen Erfolg. Ich konnte es selbst nicht fassen, diesen Schritt gegangen zu sein, da ich normalerweise eine riesige Telefonphobie habe und allgemein so schüchtern bin, dass ich ungern mit anderen – vor allem Fremden – rede. Und dann wollte ich, ausgerechnet ich, bei einem Radio Gewinnspiel teilnehmen, bei dem mich im Gewinnfall zig Menschen hören können? Ehrlich gesagt hatte ich gleichermaßen Angst zu gewinnen und nicht zu gewinnen. Heute, am Donnerstagmorgen einen Tag vor Rock am Ring, wollte ich das letzte Mal mein Glück versuchen. Zwischen 8-9 Uhr morgens sollten wieder 2 Karten verlost werden. Als das Anrufsignal kam, habe ich angerufen – Leitung besetzt. Ich habe noch ein zweites Mal angerufen, obwohl ich eigentlich keine Hoffnung mehr hatte. Ich habe gedacht die ersten Anrufer wären auch zuerst in der Leitung und da ich beim ersten Mal nicht durchkam, würde es wohl auch beim zweiten Mal nicht der Fall sein – aber falsch gedacht! Es wurde durchgegeben, dass ich in einer Leitung bin und kurz dranbleiben soll. Ich habe so gezittert und dachte ernsthaft, ich habe es geschafft. All die Mühen waren nicht umsonst gewesen. Nach kurzer Zeit war eine Dame dran, die mich nach meinem Namen fragte. „Lara“, habe ich mehr gestottert, als gesagt. Dann hat sie mich gefragt, was sie für mich tun kann und ich dachte schon, ich habe verwählt. Es ist ja wohl klar, was ich möchte, wenn ich die Gewinnspielhotline anrufe, oder? Andere gehen mit so einer Aussage wohl ganz normal um, aber da ich eh ziemlich schnell einzuschüchtern bin, habe ich noch heftiger gestottert und irgendwas davon geredet, dass ich Rock am Ring Tickets gewinnen will. Ich wünschte, ich hätte mehr Willen gezeigt und es nicht wie eine Frage klingen lassen: „Äh, ich, äh… Möchte Rock am Ring Karten gewinnen?“ Ich wurde dann noch nach meinen Nachnamen gefragt – welchen ich zweimal buchstabieren musste – und sollte meinen Wohnort nennen. Als ich „Bochum“ gesagt habe, hat die Dame das Lied von Herbert Grönemeyer angestimmt. Bochum ich komm aus dir… Bochum ich häng an dir… Zum Schluss musste ich noch meine Telefonnummer hinterlegen und wenn ich Glück gehabt hätte, wäre ich dann im Gewinnfall zurückgerufen worden. Wie schon gesagt: ich hatte kein Glück. Ernsthaft, ich wusste eigentlich, dass es mehrere Leitungen gibt und ziemlich viele Menschen teilnehmen, sodass es schwierig wird durchzukommen, aber ich dachte echt ich muss irgendwann mal Glück haben, wenn es um 60 Tickets geht. Und als ich dann tatsächlich durchkam, dachte ich WIRKLICH ich habe gewonnen. Ich dachte nicht, dass man nochmal Glück haben muss, wenn man endlich das Glück hatte durchzukommen. Das ist so unfair. Ich bin am Boden zerstört. Viele andere sind sicher auch gerne dabei und haben ein paar entspannte und lockere Tage, aber für mich bedeutet Rock am Ring viel mehr. Festivals sind für mich nun seit sechs Jahren die nötige Auszeit vom Alltag, welche ich brauche, um das Jahr zu überstehen. Egal wie schlecht es mir manchmal ging und wie unglücklich ich generell war – bei Rock am Ring konnte ich all das hinter mir lassen und einfach abschalten. Wenn ich darüber nachdenke, dass ich nun ein Jahr ohne meinen Rückzugsort aushalten muss, wird mir ganz schlecht und ich möchte mich am liebsten heulend unter meine Bettdecke verkriechen. Das dieses Jahr so gute Bands kommen (bei denen ich vermutlich nie wieder die Möglichkeit habe sie live zu sehen) macht das Ganze natürlich nicht besser. Skillet, zum Beispiel, ich höre diese Band seit JAHREN und viele der Songtexte haben mir deshalb so gefallen, weil ich mich so mit ihnen identifizieren konnte. Sie haben mich durch viele schwere Zeiten begleitet und es wäre so unglaublich gewesen, sie live zu sehen und diese Lieder zu hören. Da die Band auch kaum nach Deutschland kommt, stehen die Chancen schlecht sie jemals zu sehen. Gleiches gilt für Shinedown. Gott, das Lied „Breaking Inside“ habe ich andauernd gehört, als es mir schlecht ging. Außerdem hätte ich mich wahnsinnig gefreut, wenn ich Biffy Clyro, Billy Talent, Panic! at the Disco, Volbeat (…) live sehen könnte.

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Ein Kommentar zu “Rock am Ring

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